Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Freundeskreis Leopold-Zunz-Zentrum

Ziele des Vereins

Der Freundeskreis Leopold Zunz Zentrum e.V. setzt sich die Förderung der Erforschung des europäischen Judentums an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und darüber hinaus zum Ziel. Hierbei unterstützt der Verein interessierte Bürger und Studenten, gemeinnützige und öffentlich-rechtliche Einrichtungen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben in diesem Sinne, insbesondere durch die Förderung

  • von Projekten der Stadt Halle/Saale und bundesweit, die sich mit der Kultur, Religion und Geschichte des Judentums, sowie der Erforschung der deutsch-jüdischen Vergangenheit und Gegenwart unter regionalen und übergreifenden Aspekten auseinandersetzen
  • des Seminars für Judaistik der MLU Halle-Wittenberg
  • von wissenschaftlichen und öffentlichen Veranstaltungen
  • von internationalem wissenschaftlichen Austausch sowie interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen dem Seminar für Judaistik und anderen Lehr- bzw. Forschungseinrichtungen, sowie musealen und anderen Einrichtungen.
  • der wissenschaftlichen Fort- und Weiterbildung, sowie  schulischer und außerschulischer Bildung.


Wer war Leopold Zunz?

Leopold Zunz, eigentlich Yom Tov Lipman Zunz, (geb. 10. August 1794 in Detmold; gest. 17. März 1886 in Berlin) war ein deutscher Wissenschaftler. Er prägte und benannte als einer der ersten die „Wissenschaft des Judentums“, das heißt, die kritische und wissenschaftliche Erforschung der jüdischen Religion und Kultur. Zudem gilt er als einer der Vorläufer der im Zionismus mündenden Emanzipationsbewegung des europäischen Judentums. Leopold Zunz besuchte zwischen 1803 und 1809 die Wolfenbütteler Samson-Schule und wurde anschließend als erster Jude am dortigen Gymnasium aufgenommen. 1815 zog er nach Berlin, und studierte Klassik und Geschichte an der dortigen Universität. In Berlin gründete er 1816 unter anderen mit seinem Schulfreund Isaak Markus Jost den jüdischen Wissenschaftszirkel gründete. Zunz promovierte 1821 an der Universität Halle an der Saale zum Doktor der Philosophie. Nach seiner Ordinierung durch einen der ersten Vertreter der jüdischen Reformbewegung, Aaron Chorin, amtierte er von 1820–1822 als Prediger im „Beer-Tempel“, einer Reformsynagoge in Berlin, die er jedoch wieder verließ. Sein Geld verdiente er fortan als Redaktionsmitglied der Berliner Tageszeitung Haude- und Spenersche Zeitung (1824–31) und als Direktor einer jüdischen Grundschule (1826–1830). Auch den Posten in der Jüdischen Gemeindeschule gab er jedoch auf, da er ihm notwendig erscheinende Reformen nicht durchsetzen konnte. 1840 wurde er zum Direktor eines Lehrerseminars in Berlin ernannt. Zunz war stets an Politik interessiert und war während der Märzrevolution von 1848 vielfach als Redner tätig. 1850 trat er von der Leitung des Seminars zurück und erhielt eine Pension. Erst 1874, als seine Gattin Adelheid Beermann verstarb, die er 1822 geheiratet hatte, zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Er starb 1886 und wurde auf dem Jüdischen Friedhof Berlin Schönhauser Allee bestattet.

Das Leopold Zunz Center

Das Leopold Zunz Center zur Erforschung des europäischen Judentums wurde am 28. Juni 1998 von der Stiftung LEUCOREA in Wittenberg gegründet. Leopold Zunz (1794-1886), der als wichtiger Repräsentant des deutschen Judentums zu den Mitbegründern der "Wissenschaft des Judentums" im 19. Jahrhundert gehört, ist der Namensgeber der Forschungseinrichtung. Von Beginn an bestand eine enge Zusammenarbeit mit dem Seminar für Judaistik an der Martin-Luther-Universität. Im Jahre 2007 wurde das Leopold Zunz Center von der MLU Halle-Wittenberg übernommen und im Seminar für Judaistik verortet. Das Center hat sich in den letzten zwei Jahren zum Forschungszentrum des Seminars für Judaistik entwickelt. Kultur, Geschichte, Philosophie und Literatur des Judentums werden in den vom Center geleiteten Projekten als Teil der gesamteuropäischen Kultur erforscht. Im Mittelpunkt der Forschung stehen die Spätantike, das Europa der Frühen Neuzeit, sowie die deutsch-jüdische Geschichte des 18. und 19. Jahrhunderts. Als Herausgeber des European Journal for Jewish Studies hat sich die Arbeit des LZC international etabliert. Das Center betreut insgesamt drei von der DFG geförderte internationale und nationale Drittmittelprojekte, organisiert internationale Konferenzen und Workshops, sowie das Leopold-Zunz-Forschungscolloquium.

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